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Über die Geschichte unseres Vereins unterrichtet u.a die Broschüre, die aus Anlass seines neunzigjährigen Bestehens im Jahre 1986 erschienen ist. Auch das 100ste und das 110te Stiftungsfest wurden gebührend gefeiert! Das Jahr 2016 bringt uns nun das 120ste Jubiläum und auch das werden wir u.a. mit einem Konzert und Gastchören in der Borgloher Pfarrkirch feiern.

Die Geschichte wird im Übrigen durch die Berichte des Schriftführers an die jährlich stattfindende Generalversammlung fortgeschrieben.

Im Folgenden findet sich der "historische"  Text aus der oben genannten Broschüre von 1986. Die Fotos und einige andere Beigaben sind weggelassen worden.



90 Jahre Männergesangverein MGV Borgloh

Der erste Übungsabend fand am 5. Januar 1896 im damaligen Vereinslokal Medeweller (heute Gasthaus Böert) statt.  Zu diesem Übungsabend hatten sich bereits 25 Männer eingefunden. Aus den Protokollen, die anfangs über jede Gesangsstunde geführt wurden, geht hervor, daß das erste Stiftungsfest am 22.10.1896 gefeiert wurde. An diesem Tage wurde auch die Satzung beschlossen, die jeder Sänger durch seine Unterschrift anerkennen mußte. Der Verein gab sich den Namen "Männergesangverein Borgloh".

Die ersten Lieder wurden vom Dirigenten, Lehrer Mecke aus Borgloh, eingeübt. In seiner Satzung hatte sich der MGV die Aufgabe gestellt, den Männergesang und die Gemeinschaft zu pflegen.  In einer Versammlung am 9.12.1896 wurde darüber beraten, von den Mitgliedern des Vereins Theaterstücke einzuüben und diese öffentlich aufführen zu lassen.  Dies geschah dann auch in den nächsten Jahren im Rahmen des Stiftungsfestes im Oktober und später dann bei einer Tannenbaum-feier. Die letzte Theateraufführung fand am 19. 1. 1958 statt.  Wegen des großen Erfolges mußte die Operette "Im weißen Rössl" zum 3. Mal aufgeführt werden.

Die Sängerkommerse des Sängerbundes Osning, auf denen schon zu damaliger Zeit beachtliches geleistet wurde, veranlaßten den MGV, dieser Vereinigung 1898 beizutreten und im gleichen Jahr auch an dem Kommers in Glane teilzunehmen.

In den folgenden Jahren nahm der Verein an den Kommersen 1899 beim Bundessängerfest in Glandorf und 1900 in Oesede bei Harmonia Oesede teil.  Am 17. 5.1900 nahm der Verein auch an der Feier anläßlich der Fahnenweihe in Bissendorf teil. 

Im Juli des Jahres 1900 wechselte man das Vereinslokal; über die Gründe werden in den Protokollen keine Angaben gemacht. Die Übungsstunden finden von nun an im Gasthaus Greive statt. Mit der Begründung, ein besseres Zusammenhalten der Vereinsmitglieder zu erreichen, wurde im Dezember 1901 die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Von der Hildesheimer Fahnenfabrik wurde dann eine "woolene, gestickte Fahne" zum Preise von 325,- Mark gekauft.  Zum Vergleich mit heutigen Preisen sei vermerkt, daß zu der Zeit 1 Liter Bier 0,19 Mark und ein Liter Schnaps 0,75 Mark kostete. Für das Aufräumen des Festplatzes wurden einem Mann 1,40 Mark gezahlt.

Am 19.  Mai 1902 fand während einer größeren Veranstaltung auf dem Festplatz am Hollenberg die Fahnenweihe statt.  Für die Veranstaltung zur Fahnenweihe wurde durch Anzeigen in der Osnabrücker Zeitung, im Meller Kreisblatt und im Iburger Kreisblatt geworben.  Einladungen zur Teilnahme an dem Fest hatte man an 32 Gesangvereine aus Osnabrück und Umgebung gesandt. 19 Vereine nahmen an der Feier, die mit einem Konzert in "Schürmeyer's Garten" (Greive) und einem Festzug durch das Dorf eröffnet wurde, teil.

Die teilnehmenden Vereine waren:

Harmonia Oesede
Gesangverein Kloster Oesede
Fidelitas Holte
Kriegergesangverein Bissendorf
Männergesangverein Bissendorf
Männergesangverein Rothenfelde
Männergesangverein Wellingholzhausen
Arbeiterbildungsverein Osnabrück
Männerquartett Osnabrück
Bürgergesangverein Hagen
Accordium Osnabrück
Gesangverein Wersche/Wissingen
Arbeitersängerbund Melle
Einigkeit Rothenfelde
Männergesangverein Gesmold
Männergesangverein Belm
Cäcilia Borgloh
Kriegerverein Borgloh
Gemischter Chor Rothenfelde

Zu diesem Fest ließ man 1000 Programme und 2000 Eintrittskarten drucken.

Jeweils im Juli der Jahre 1903 und 1907 richtete der MGV Borgloh die Bundessängerfeste des Sängerbundes Osning aus. Es fand 1903 auf dem Hof Broxtermann und 1907 auf den Grundstücken Hibbeler und Meyer zu Bergsten statt.

In den Jahren 1904 bis 1906 nahm der Verein an den Bundesfesten in Lienen, Laer und Glane teil.

Am 19. 7. 1903 unternahm der MGV einen Ausflug zur Dietrichsburg bei Melle. Man fuhr mit dem Leiterwagen.  Die Kosten wurden vom Verein getragen. Der Verfasser dieser Zeilen kann sich gut vorstellen, wie lustig es bei diesem Ausflug zugegangen sein muß; nahm doch ein solcher Leiterwagen mit Sängern auch am Festumzug zum 90jährigen Jubiläum der Feuerwehr Borgloh am 25. Mai 1986 teil.

Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges 1914-1918 unternahm der Verein überhaupt viele Fahrten und Ausflüge.  Besonders aber wurde der Kontakt mit Fidelitas Holte gepflegt.  Ferner nahm der Verein regelmäßig an den Bundessängerfesten des Sängerbundes Osning teil; ebenso wurde jährlich im Rahmen der Tannenbaumfeier ein Theaterstück aufgeführt.  Ansonsten läßt sich über die Jahre 1901 bis 1919 nicht viel mehr berichten, da leider in diesen Jahren das bis dahin über jede Übungsstunde geführte Protokoll nicht mehr geführt wurde.  Registriert waren bisher immer gut 20 Mitglieder, die Zahl stieg im Jahre 1912 auf 39.

Im Jahre 1914, dem Jahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges, wurden verschiedene Sammlungen für die im Felde stehenden Mitglieder durchgeführt.

Von den insgesamt 32 aktiven Mitgliedern wurden 21 und von den 43 passiven Mitgliedern 6 zur Wehrmacht eingezogen.  Von allen einberufenen Mitgliedern kehrten 7 nicht wieder in die Heimat zurück (siehe auch Ehrentafel).

Im Laufe des Jahres 1915 nahm der Besuch der wöchentlichen Übungsstunden in Folge der Kriegsereignisse immer mehr ab, so daß sie bald ganz ausfielen.  Die geführten Protokolle vermerken jedoch auch, daß den einberufenen Sangesbrüdern regelmäßig Feldpostpakete geschickt wurden.

Nach Beendigung des Krieges fand die erste Gesangsstunde wieder am 5. Januar 1919 statt.  Man hielt, und das war sicher kein Zufall, am ersten Dienstag des neuen Jahres die Mitgliederversammlung ab.  Immerhin waren 13 Sangesbrüder erschienen.  Es wurde der alte Vorstand in seinem Amt bestätigt.  Lediglich für den gefallenen Schriftführer Konrad Greive wurde Louis Sierp in den Vorstand gewählt.  Ende des gleichen Jahres zählte der Verein wieder 47 Mitglieder.

Im Jahre 1914, dem Jahr des Ausbruchs des 1. Weltkrieges, wurden verschiedene Sammlungen für die im Felde stehenden Mitglieder durchgeführt.

Von den insgesamt 32 aktiven Mitgliedern wurden 21 und von den 43 passiven Mitgliedern 6 zur Wehrmacht eingezogen.  Von allen einberufenen Mitgliedern kehrten 7 nicht wieder in die Heimat zurück (siehe auch Ehrentafel).

Im Laufe des Jahres 1915 nahm der Besuch der wöchentlichen Übungsstunden in Folge der Kriegsereignisse immer mehr ab, so daß sie bald ganz ausfielen.  Die geführten Protokolle vermerken jedoch auch, daß den einberufenen Sangesbrüdern regelmäßig Feldpostpakete geschickt wurden.

Nach Beendigung des Krieges fand die erste Gesangsstunde wieder am 5. Januar 1919 statt.  Man hielt, und das war sicher kein Zufall, am ersten Dienstag des neuen Jahres die Mitgliederversammlung ab.  Immerhin waren 13 Sangesbrüder erschienen.  Es wurde der alte Vorstand in seinem Amt bestätigt.  Lediglich für den gefallenen Schriftführer Konrad Greive wurde Louis Sierp in den Vorstand gewählt.  Ende des gleichen Jahres zählte der Verein wieder 47 Mitglieder.

Dies wurde, so das Protokoll, als eine erfreuliche Entwicklung nach den Wirren des Krieges registriert. Noch im gleichen Jahr 1919 wurde auch wieder ein Theaterstück eingeübt und aufgeführt.

Im Protokoll über das Jahr 1919 fällt auf, daß das Stiftungsfest nun jeweils am Neujahrstag gefeiert werden soll und nicht mehr, wie bisher, im Oktober. Ein Grund für diese Änderung im ablauf des Vereinsjahres ist im Protokoll nicht angegeben. 

Auf der Generalversammlung am 11.  Januar 1921 wurde des 25jährigen Bestehens des Vereins gedacht und beschlossen, am 12.  Juni das Jubiläumsfest zu begehen.  Es wurde dann auf dem Hofe Boymann und im Saal Greive gefeiert.  Von den Damen des Vereins wurde ein Fahnenband gestiftet.  Der Verein zählte nun 53 Mitglieder.

Nachdem die Gestaltung des Festes besprochen war ging man, so das Protokoll vom 11. 1. 1921, zum gemütlichen Teil über.  Wörtlich heißt es: "U. a. trat eine Reihe Sonderredner auf, die jedesmal ihre Rede durch Spende einer Flasche Steinhäger fließend machten.  Eine etwas später veranstaltete Polonaise mit den leeren Pullen zeigte, daß schon über ein Dutzend geleert waren.  Mit einer echten feuchtfröhlichen Stimmung endete dieser ereignisvolle Abend." 

1922 übte man zeitig für die Einweihung des Kriegerehrenmals, welches von der Samtgemeinde Borgloh geplant war.  Das Protokoll vermerkt dazu, daß weder im Oktober noch zum Zeitpunkt der Generalversammlung im Januar etwas vom Ehrenmal zu sehen sei.  Ab 1924 singt der Chor jedoch regelmäßig bis Ende der 70er Jahre zum Volkstrauertag und legt einen Kranz nieder.

Von der Inflation in den Jahren1922/23 blieb selbstverständlich auch derMGV nicht verschont.  So erhielt der Dirigent, Lehrer Holtgreve, ein Honorar von 19.000,- RM.  Am 1. 3.1923 kosteten 32 Notenblätter 13.440,- Mark und die Partitur dazu 480,- Mark. 1923 wurden auch die "Kaiser-Liederbücher" (in 2 Bänden) angeschafft, aus denen heute noch gesungen wird. 

Als dann im Jahre 1924 das Bergwerk geschlossen wurde, ging die Mitgliederzahl auf 38 Aktive zurück (so steht es in den Protokollen). 

Aus dem Jahresbericht von 1925 sei folgende Stelle wörtlich wiedergegeben: "Am 10.  Mai ging's per Wagen bei sehr schlechtem Wetter nach Voxtrup zum Wettsingen. Mit Verspätung kam der Verein eben noch zum Singen. Dafür wurde der 13.  Preis zuerkannt, der aber weder an- noch mitgenommen wurde. Die allgemeine Meinung der Mitglieder ging dahin, an eine derartige Veranstaltung in Zukunft weder Geld noch Mühe und Arbeit zu verschwenden."

1926 unternahm der Verein einen Ausflug zum Nachbarverein in Holte (auch in den Vorjahren verzeichnen die Jahresberichte regelmäßig Ausflüge in die nähere Umgebung und zu den Nachbarvereinen).  Nur dieser Ausflug aus dem Jahre 26 fällt dadurch auf, daß es in einer Fußnote zu dem Bericht heißt, daß der Ort "trockengelegt" wurde und keiner der Wirte noch etwas zum Trinken anbieten konnte.

Aus Anlaß des 30jährigen Bestehens unternimmt man noch im gleichen Jahr einen Ausflug zum Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald.

Im September 1927 legte der langjährige Dirigent des Chores, Rektor Holtgreve, unter dessen Leitung manch neues Lied einstudiert werden konnte, den Dirigentenstab nieder.  Ein Nachfolger wurde jedoch schnell gefunden (s. auch Dirigentenverzeichnis [hier nicht wiedergegeben]).

Ein schwerer Schlag traf den Verein am 28.  Juli 1928.  Der allverehrte Vorsitzende August Uthoff-Hengelbrock, der über 30 Jahre an der Spitze des Vereins gestanden hatte, verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit.  Er hatte den Verein über alle Klippen geführt.  Die schweren Schicksalsschläge des 1. Weltkrieges vermochten ihn nicht unterzukriegen.  Unter seiner Leitung erreichte der Verein nach dem Kriege wieder einen beachtlichen Leistungsstand. 

1929 nahm der Chor am 60.  Jubiläum in Gesmold teil. Aus der Festschrift von damals entnahmen wir folgende 2 Seiten (in verkleinerter Form), die für sich und die damalige Zeit sprechen. [Hier nicht wiedergegeben!] 

In den folgenden Jahren waren besondere Ereignisse nicht zu verzeichnen.  Wie üblich wurden jährlich kleinere oder größere Ausflüge unternommen.  So ging es 1929 zur Finkenburg in Holte und nach Steinhagen zur Fa. Schlichte, "hierüber ausführlich zu berichten", so das Protokoll, "darüber schweigt des Sängers Höflichkeit", 1930 nach Höxter mit Weserfahrt und 1931 zum Dümmer. 

Zum 1. Januar 1934 trat der Verein dem Niedersächsischen Sängerbund bei. 

Die Zeit nach 1933, dem Jahr der Machtergreifung durch das NS-Regime, hat wohl im Leben eines jeden Veränderungen größeren oder kleineren Umfangs gebracht.  So ist die Zeit auch am MGV nicht spurlos vorübergegangen. 1934 wurde das alljährlich zu Weihnachten und Neujahr dargebotene Theaterspiel nicht mehr gegeben.  Das Regime hatte sämtliche Theateraufführungen durch Vereine verboten.  Bisher gehörten die Theateraufführungen unbestritten zu den jährlichen Höhepunkten im Vereinsleben, wenn nicht sogar des ganzen Dorfes und seiner näheren und weiteren Umgebung. 

Das Verbot wurde soweit aufgelockert, daß zum Neujahrstag 1936 wieder ein Theaterstück aufgeführt werden durfte.  Die Aufführung zu Weihnachten mußte aber wegen der damit bisher verbundenen Kinderbescherung ausfallen.  Die Kinderbescherung wurde, und das nur für dieses Jahr, von der "Partei" übernommen. 

Trotz der erklärten Absicht von 1925, an derartigen Veranstaltungen zukünftig nicht mehr teilzunehmen, mußte der Chor im November 1938 zu einem Wertungssingen antreten, weil es allen Vereinen zur Pflicht gemacht wurde.  Kreischormeister Schnell bewertete, so das Protokoll, den "Singsang".  Schriftführer Anthe schrieb in das Protokollbuch: "Auf diese Bewertung können wir, so glaube ich, alle, wenn auch nicht gerade mit Stolz, so aber doch mit großer Befriedigung blicken". 

Es kam das Jahr 1939, das Jahr des Ausbruchs des 2. Weltkrieges. Bis zu den Sommerferien im August hatte im Verein alles seinen gewohnten Gang genommen.  Danach konnten die Übungsstunden nicht wiederaufgenommen werden, da viele Mitglieder zur Wehrmacht einberufen waren (die Mobilmachung begann Ende August und der Krieg am 1. September) und der Dirigent, Rektor Holtgreve, der den Dirigentenstab im September 1927 schon einmal abgegeben hatte, ihn jedoch im Mai 1934 wieder übernahm, wieder abgab.  Trotzdem schaffte der Verein es noch, am Neujahrstag 1940 das traditionelle Stiftungsfest mit einer Theater-aufführung zu begehen. An diesem Tage hatte auch Hauptlehrer Diersmann den Dirigentenstab übernommen.  Die Übungsstunden konnten wieder stattfinden.  Am Neujahrstag 1941 fiel das Stiftungsfest aus und ab Februar wurden auch die Übungsstunden eingestellt, da noch mehr Sangesbrüder zum Kriegsdienst eingezogen worden waren.  Auf einer Übungsstunde wurde aber beschlossen, sich alle vier Wochen zum Auffrischen alter Lieder wiederzutreffen.  Ab Oktober traf man sich aber schon wieder alle 14 Tage. 

Im Jahre 1942 wurden die Gesangsstunden dann endgültig eingestellt.  Das erste Protokoll nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde erst wieder im Januar 1946 verfaßt.  Man hatte zur Generalversammlung am 18. nur eingeladen, um den 50.  Geburtstag zu begehen.  Nur wenige Mitglieder waren der Einladung gefolgt.

Im Oktober 1946 wurden auch die Übungsstunden wieder aufgenommen.  Viele neue Sänger traten dem Verein als Mitglieder bei.  Zählte man vor Beginn des Krieges noch 26 aktive Sänger, waren es bei Beendigung noch 17. Ende 1946 zählte der Verein schon wieder 26 Sänger. 

Zum 51. Stiftungsfest am Neujahrstag 1947 stellte der MGV sich wieder der Borgloher Bevölkerung vor.  Er trat mit einem Theaterstück wieder an die Öffentlichkeit.  Das Protokoll vermerkt zu diesem Fest: "Das ausverkaufte, bis zum Brechen gefüilte Haus übertraf unser aller Erwartung; hatten wir doch dieses Fest eigentlich nur als Fühler für kommende Jahre gedacht." Dieses Fest muß ein sehr großer Erfolg gewesen sein.  Man blickte damals zuversichtlich in die Zukunft und wünschte sich, daß das Stiftungsfest gerade auch wegen des großen Erfolges am Neujahrstag 1947 zu einem echten Volksfest werde. 

In den nächsten Jahren waren es gerade die Theateraufführungen, die dem MGV große Erfolge bescherten.  Im folgenden seien nur ein paar Höhepunkte genannt die besonders gut einschlugen und die eine Bestleistung auf diesem Gebiet für Laienspieler waren. Höhepunkte waren: 

            Fomme Helene                         Im weißen Röß'l

            Spanische Reise                       Zar und Zimmermann

            Wenn ein Wiener Walzer klingt     Der Maulkorb      
 
Die Erfolge des MGV führten schon bald zum Anwachsen des Mitgliederbestandes.  Dies führte dazu, daß 1948 eine Aufnahmesperre für neue Mitglieder eingeführt wurde; ein in der Geschichte des deutschen Vereinsgesanges wohl einmaliges Ereignis. Heute ist das Gegenteil der Fall; der MGV hat Nachwuchssorgen. 

Aber der MGV versteht sich nicht nur auf das Singen. 1950 maß der MGV bei einer Werbeveranstaltung des TuS Borgloh mit diesem seine Kräfte beim Fußballspiel.  Das Protokoll vermerkt dazu: ". . . so mußte sich der TuS mit einem schmeichelhaften 3 : 3 zufriedengeben". 

In einer Feierstunde im Oktober 1952 ehrte der MGV seine Jubilare, die unter Aushändigung einer Urkunde zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.  Es handelte sich um die 14 Sangesbrüder über die es im Protokollbuch heißt: "Mit ihnen durchstand der MGV gute und schwere Jahre und ihnen verdanken wir somit in 1. Linie den guten Stand und Ruf unseres Vereins".

Johannes Beckmann                 Mathias Greive

Konrad Böckmann                    Heinrich Konerding

Heinrich Bulthaupt                    Heinrich Lietmeyer                 

Johannes Bünger                      Johannes Kuhr

Theodor Bünger                       Franz Hörmeyer sen.

Franz Greive                            Christian Pope

Georg Greive                            Louis Sierp 

Im Hochsommer 1953 nahm der Chor nach anfänglichem Zögern an einem Sängerwettstreit in Kloster Oesede teil. Man wollte doch zeigen, was man konnte.  Unter der bewährten Leitung des Dirigenten, Hauptlehrer Diersmann, der den MGV zu immer neuen Höhepunkten führte, errang man mit seinen Vorträgen immerhin den 2. Platz hinter Voxtrup. 

Die Theateraufführungen des MGV hatten inzwischen einen so großen Erfolg, daß die eingeübten Stücke auch in Hankenberge und Kloster Oesede aufgeführt werden sollten.  Die Einladung nach Kloster Oesede wurde angenommen.  Der Saal war brechend voll und man erntete nicht enden wollenden Beifall. Der anfangs skeptische Wirt war bald "trockengelegt".  Das Protokoll dazu: "Ja, ja, wenn der MGV Borgloh kommt". 

Im Juli 1955 legte Herr Diersmann aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab aus den Händen.  Für seine Verdienste um den MGV Borgloh wurde er zum Ehren-chormeister ernannt.  Sein Nachfolger wurde Hermann Sierp, der in den ver-gangenen Jahren schon den musikalischen Teil der Theaterstücke eingeübt hatte. 

Auf der Generalversammlung 1956 legte Josef Kuhlmann das Amt des 1. Vorsitzenden nieder.  Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, womit seine Verdienste um den Bestand des MGV gewürdigt wurden.  Zum neuen Vorsitzenden wurde der Altaktive Otto Flacke gewählt. 

Bis zum Jahre 1957 wurde trotz ständig steigender Schwierigkeiten noch mit großem Erfolg Theater aufgeführt. 1958 wurden die Probleme bei der Rollenbesetzung so groß, daß ein neues Stück nicht einstudiert werden konnte.  Die Theateraufführung mußte ausfallen.  Auch in den kommenden Jahren wurde dann kein Theaterstück mehr aufgeführt. 

Auf der Generalversammlung 1959, die traditionell am 1. Dienstag im Januar stattfindet, stellt Otto Flacke sein Amt als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Die Neuwahl bestimmte dann den Sangesbruder Josef Kuhr zum Nachfolger. 

Ebenfalls im Jahr1959 gab es auch einen Wechsel des Dirigenten. Im Dezember übernahm Erwin Lux den Dirigentenstab von Hermann Sierp.  Dieser wiederum gab ihn im Dezember 1960 an Studienrat Alfred Flacke ab, der den Chor bis März 1977 als Dirigent führte. 

Die Jahre gehen dahin. Vergessen aber sind auch nicht unsere Sangesbrüder, die wir in den beiden großen Kriegen dieses Jahrhunderts verloren haben und ohne die dieser MGV vielleicht nicht mehr bestehen würde. Unser Sangesbruder Carl Fabian sen. übergab in der Generalversammlung am 8. 1. 1963 eine von ihm in mühevoller Arbeit geschnitzte Ehrentafel mit den Namen der gefallenen Sangesbrüder dem Verein.  Sie erhielt damals einen Platz im Übungsraum.  Durch die Renovierung des Raumes im Jahre 1977, auch unter Berücksichtigung der Belange des Männer-chores, ging der Platz für diese Ehrentafel verloren. Seitdem wird sie bis zur Errichtung eines geplanten Heimatmuseums an sicherem Ort aufbewahrt. 

1964 rückte dann der vorerst letzte Höhepunkt in der langen Geschichte des MGV Borgloh näher.  Er hatte seine Teilnahme am 10jährigen Jubiläum der Blaskapelle Borgloh zugesagt.  Am 8. und 9. August wurde dieses Jubiläum gefeiert.  Wiederum sei eine Stelle aus dem Protokoll zitiert: "Gewaltig war die Teilnahme der Borgloher Bevölkerung sowie der Nachbarorte.  Die Zelte auf dem Festplatz am Hollenberg reichten bei weitem nicht aus, die musik- und sangesfreudigen Menschen nach einem großartigen Festzug durch den Ort aufzunehmen. Am Sonnabend und am Sonntag, gleichgültig, ob Musikvortrag der Kapelle oder unser Gesang, alles wurde mit großem Dank oder Beifall freudig aufgenommen. 

Der Höhepunkt war das gemeinsam mit der Kapelle vorgetragene Musikpotpourri 'Im grünen Wald . . .'. Brausender Applaus forderte immer wieder Zugaben.  Da haben wir die Bestätigung bekommen, daß unsere Arbeit Wert hat und Borgloh Musik und Gesang liebt". 

In der Generalversammlung 1966 wurde der Sangesbruder Franz Hörmeyer sen. (genannt "Brandenbörger") für ein wohl im Vereinsleben seltenes Jubiläum geehrt; er gehört seit nunmehr 60 Jahren dem MGV als aktives Mitglied an. 

Im Herbst des genannten Jahres traf sich der MGV mit dem befreundeten Chören aus Glane und Lienen zu einem Chorkonzed im Saale Tovar in Glane.  Diese Veranstaltung war ein voller Erfolg und ermutigte uns, ein solches Konzert mit dem MGV Harmonia Glane und dem MGV Dütetal aus Wellendorf im Frühjahr 1967 zu wiederholen.  Es fand dann auch am 29. 4.1967 statt.  Eintritt wurde nicht erhoben.  Stattdessen erbat man eine Spende zu Gunsten der Aktion Sorgenkind.  Es konnten 428,14 DM überwiesen werden. 

Im übrigen überstand der MGV 1967 eine der schwersten Krisen, wenn man einmal von den Ereignissen um die beiden Weltkriege absieht. Es hatte sich eine Unlust breit gemacht, die sich auf ein sinnvolles und zielstrebiges Proben für Dirigent und Sänger lähmend auswirkte.  Das größte Problem stellte damals die Unpünktlichkeit der Sänger dar.  Nur selten kam man noch, und wenn überhaupt vielleicht für 30 Minuten, zum Proben.  In einer an Deutlichkeit und auch an Ehrlichkeit kaum zu überbietender Diskussion im Mai während eines Übungsabends wurde über die weitere Gestaltung der Übungsabende heftig und ausführlich beraten.  Die weiteren Übungsabende gestalteten sich dann so, daß man wieder von sinnvoller Chorarbeit sprechen konnte.

Einen öffentlichen Auftritt in größerem Rahmen hatte der MGV wieder im Sommer 1968.  Anlaß war die 900-Jahr-Feier des Kirchspiels Borgloh.  Beim Heimatabend am Sonnabend, dem 17. 8., trat der MGV gemeinsam mit dem MGV Dütetal aus Wellendorf im vollbesetzten Zelt auf dem Festplatz am Hollenberg auf.  Man sang gemeinsam und jeder für sich.  Da der Dirigent Alfred Flacke sich auf einer Auslandsreise befand, führte Rektor Feige den Dirigentenstab.  Eine gemeinsame Probe fand auf halbem Wege zwischen Borgloh und Wellendorf, nämlich bei Schomecker, statt.  Auch am Festzug am Sonntag beteiligte sich der MGV mit einem blumenbeschmückten Festwagen.  Borglohs Straßen waren an diesem Tag restlos überfüllt. 

Am 29.12.1968 wurde noch einmal ein Anlauf unternommen, die inzwischen eingeschlafene Theatertradition neu aufleben zu lassen. Aufgeführt wurde auf dem Saal Greive das von dem Voxtruper Heimatdichter Georg Thiemeyer zur 900-Jahrfeier geschriebene Stück "lsel und Orendt - gestern und heute".  Obwohl alle "Schauspieler" ihr Bestes gaben, an die alte Tradition mit ihren Erfolgen konnte nicht angeknüpft werden.  Es war denn auch die letzte Theateraufführung.  Das sich in dieser Zeit immer weiter ausbreitende Fernsehen, das "Puschenkino", hatte dem Laienspiel den Rang abgelaufen. 

Im Jahre 1969 bittet der Dirigent des MGV, Alfred Flacke jun., den Vorstand, sich intensiv um eine Nachfolge für ihn zu bemühen.  Die Krise des Jahres 1967 war also noch nicht überstanden.  A. Flacke blieb dem Chor dann aber noch bis Anfang 1977 erhalten. 

Wegen der in den letzten Jahren immer schwächer werdenden Beteiligung der Borgloher Bevölkerung an den Stiftungsfesten zum Jahreswechsel fällt dieses Fest erstmals um die Jahreswende 1969/1970 aus; eine lange Tradition geht zu Ende.  Auch die bis dahin so beliebten Laienspiele mußten endgültig eingestellt werden. 

In diesem Jahrfand auch das so beliebte Kappenfest (der"gemütlicheAbend") letztmalig an einem Dienstag statt.  Es wird seitdem am Samstag vor Rosenmontag gefeiert. 

Da nun die Kräfte des Vereins sich auf ein neues Tätigkeitsfeid stürzen konnten, frei von der Belastung des Rollenstudiums, wurde dieses Fest durch die dargebotenen Programme immer mehr zum gesellschaftlichen Höhepunkt im Leben des Ortes Borgloh.  Es gab wie zu Zeiten des Theaterspiels Zeiten, da nur eine begrenzte Anzahl der Einlaßbegehrenden diesen auch fand.  Das Programm, das geboten wurde, löste Begeisterungsstürme des Publikums aus. Der Schriftführer vermerkte in einem seiner Protokolle, daß das Programm so gut gewesen sei, daß man das Fernsehen dafür interessieren müßte.  Dieser Satz in dem Protokoll fiel in die Zeit, als gerade der Mainzer Karneval das noch junge Fernsehpublikum eroberte.  Man glaubte wohl, es mit den Karnevalisten in Mainz aufnehmen zu können.  Dies hat, aus heutiger Sicht betrachtet, nichts mit Überheblichkeit zu tun.  Wollte man urteilen, müßte man es unter Berücksichtigung des damaligen Zeitgeistes tun.  Der Chronist jedenfalls erinnert sich, daß diese damalige Meinung des Schriftführers nicht nur seine, sondern die des größten Teiles des Publikums war. 

In der Generalversammlung am 8.1.1969 wurde beschlossen, das 75jährige Bestehen des Chores im August 1970 als Zeltfest am Hollenberg mit Herausgabe eines Festbuches zu begehen. So war es dann auch. 

Am 22. und 23. 8. 1970 feierte man das 75jährige Bestehen.  Der Ort und das Festzelt waren festlich geschmeckt.  Ganz Borgloh hatte sich herausgeputzt. 23 Chöre aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück und aus Melle hatten ihre Teilnahme am Jubiläum zugesagt.

Damit die Gesangsvorträge an beiden Tagen auch bei kritischem Publikum gutes Gehör fanden, wurde im Zelt eine riesige Schallmuschel aufgebaut. 

So wurden die Liedvorträge zu einem, für ein Zelt nicht erwarteten, Genuß.  Beifallsstürme erhielten der MGV Borgloh und die Blaskapelle Borgloh für den gemeinsam vorgetragenen Jägerchor aus der Oper "Der Freischütz" von Carl-Maria von Weber. An beiden Abenden spielte die Blaskapelle Borgloh zum Tanz. 

Der Festzug, der sich am Sonntag durch Borgloh bewegte, war gewaltig. Im Protokoll ist vermerkt: "Ausgenommen die 900-Jahrfeier hat Borgloh einen Festzug diesen Ausmaßes Jahrzehnte nicht erlebt".

In einem Festakt wurden die Jubilare des Vereins geehrt.  Es waren dies:

Franz Hörmeyer sen              65 Jahre aktiver Sänger

Christian Pope                      65 Jahre Vereinsmitglied

Theodor Bünger sen.              60 Jahre Vereinsmitglied

Heinrich Lietmeyer                  60 Jahre Vereinsmitglied

                       
Für 50jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Wilhelm Mergelmeyer, Otto Flacke, Josef Kuhlmann,  Josef Thiemeyer, Josef Schriewer und Carl Fabian. 

Geehrt wurden für 40jährige Mitgliedschaft: Georg Stolle, Karl Hörmeyer, Franz Hörmeyer, Fritz Greive, Johannes Koch und Matthias Bergstermann sowie für 25jährige Zugehörigkeit: Josef Kuhr, Johannes Meinert, Wilhelm Schürmeyer, August Uthoff, Clemens Wentrup, Hermann Sierp, Fritz Diersmann, Karl Stickel, Werner Kinker und Theo Brinkhege. 

In dem Festakt wurde von den Damen des Vereins ein Fahnenband gestiftet.

Insgesamt waren das Jubelfest eine gelungene Sache; auf die beiden Festtage kann man mit Stolz zurückblicken.

Die aktiven des Vereins feierten auch noch einen dritten Tag bis spät in die Nacht hinein. Schließlich mußte ja der Festplatz wieder aufgeräumt werden.  Nachdem sich auch die Damen der Sänger am Hollenberg eingefunden hatten, wurde gesungen, musiziert und fleißig das Tanzbein geschwungen.  Um für das leibliche Wohl zu sorgen, wurde noch einmal eine Wurstbraterei aufgebaut.  Selbstver-ständlich waren auch reichlich Getränke vorhanden. Hier schäumte einmal mehr die Lebensfreude der Borgloher über; sie muß nur erst geweckt werden. 

Die Jubilarehrung (s. oben), die bisher nur bei Jubiläumsveranstaltungen vorgenommen wurde, findet ab 1971 jährlich, und zwar in der Generalversammlung zu Beginn eines jeden Jahres statt.  Es würde den Rahmen dieser Schrift sprengen, wollte man nun jedes Jubiläum nennen.  Weiter hinten findet der Interessent jedoch eine Aufstellung aller aktiven Sänger mit der Angabe des Jahres des Eintritts in den MGV Borgloh [hier weggelassen].  Im Sommer des Jahres 1971 wurde erstmals seit vielen Jahren wieder ein Ausflug unternommen, zu dem auch die Damen des Vereins und die passiven Mitglieder eingeladen wurden.  Es ging per pedes rund um Borgloh (Hölle, Fischteiche, Siebenbrinke, Haus Hagen, Windmühle).  Bei den Zwischenstationen gab es erfrischende Getränke und unseren Gästen wurden einige Lieder aus unserem Repertoire vorgetragen.  Abschluß war dann mit Wurstgrillen und Tanz auf der festlich geschmückten Diele des Hofes Meyer zu Bergsten. 

Weil dieser Ausflug so gelungen war und weil dies auch die einzige Möglichkeit zum Kontakt mit den passiven oder fördernden Mitgliedern des Vereins ist, wurde auf einem späteren Übungsabend beschlossen, jährlich eine solche Wanderung in die Umgebung Borglohs zu organisieren; und zwar im Wechsel der einzelnen Stimmen.  In diesem Jahr hat der 2. Tenor den Anfang gemacht. 

Dieser Beschluß wurde dann in die Tat umgesetzt. Die Wanderung mit den fördernden Mitgliedern und den Frauen wurde zu einer ständigen Einrichtung.  Es ist natürlich klar, daß man sich in der Vorbereitung dieser Wanderung nicht von Jahr zu Jahr steigern kann; die Stimmung jedoch war immer gut und manchmal nicht zu überbieten.  Mit dem Vortrag unserer Lieder ist es dann allerdings so eine Sache.  Vieles klappte trotz besten Willens nicht.  Ein Gutes haben diese Wanderungen allerdings auch noch: man kam sich innerhalb der Gemeinschaft nicht nur näher, sondern lernte auch die Umgebung des Ortes - seine Heimat - besser kennen.

Die nächsten Jahre zogen dahin, ohne daß der Chronist den Protokollen, die immer umfangreicher wurden, hervorragende Ereignisse entnehmen kann. 

Dennoch, der Chor hat im kulturellen Leben des Ortes eine nicht zu übersehende Bedeutung.  War man in all den Jahren zuvor in vielen Orten der näheren Umgebung aufgetreten, um an einem Wettsingen oder an einem Jubiläum teilzunehmen, konzentrierte sich das Wirken nun doch mehr auf den örtlichen Bereich.  Beispielhaft sei hier das 100jährige Jubiläum des Kirchenchores "Cäcilia" und das 50jährige Bestehen des MGV Dütetal Wellendorf genannt. 

Einen gravierenden Einschnitt in das Leben des Chores brachte dann die Jahreshauptversammlung am 22.1. 1977. 

Alfred Flacke, seit mehr als 16 Jahren Dirigent des Chores, kündigte nach etlichen Vorwarnungen in den Jahren zuvor unmißverständlich seinen Rücktritt nach dem Kappenfest am 2. 3. an. Trotz aller Versuche ihn umzustimmen, blieb er bei seinem Entschluß.  Beruf und Engagement in der Politik nähmen ihn zu stark in Anspruch, um daneben auch noch Übungsleiter und Dirigent eines Männerchores sein zu können. 

Der damalige Schriftführer Georg Greive hat in seiner noch immer unübertroffenen Gründlichkeit in der Niederschrift über die genannte Jahreshauptversammlung eine Aussage des scheidenden Chorleiters wörtlich festgehalten.  Sie lautet  ". . . vielleicht treffen wir uns in einigen Jahren nochmals wieder".  Aber wie gesagt, Alfred Flacke blieb bei seinem Entschluß. 

Unser rühriger Liedervater jedoch, der die Ernsthaftigkeit des Entschlusses von A. Flacke schon in den Vorgesprächen erkannt hatte, war nicht untätig geblieben.  Er hatte sich umgehört.  Und siehe da; am 8. 3. 1977 stellte sich dem MGV als neuer Chorleiter Herr Benno Schürmann, Rektor der Hauptschule Wellingholzhausen, vor.  Herr Schürmann erklärte seine Bereitschaft zur Übernahme des Amtes als Übungsleiter und Dirigent damit, daß es zu schade sei, wenn ein musikalisch so starker Chor nur deswegen aufgeben müsse, weil ein Dirigent nicht zu finden sei.  Er gehe aber davon aus, daß nach 1 Jahr ein Nachfolger für Herrn Flacke gefunden sei und betrachte deshalb sein Engagement in Borgloh nur als Übergangslösung. 

Um es vorweg zu nehmen: So schnell, wie sich das Herr Schürmann gewünscht hatte, ging das alles nicht. Er mußte dann, und er tat es aus Liebe zum Männergesang und auch wohl, weil er sich in Borgloh so wohl fühlte, so lange, bis wirklich ein Nachfolger für ihn gefunden war, was immer schwieriger wurde, je mehr Jahre ins Land gingen.  So kam es, daß Herr Schürmann bis in das Jahr 1985 Dirigent des MGV Borgloh blieb.  Genau wie unter der Stabführung von Alfred Flacke erlebte der Chor auch unter Herrn Schürmann zahlreiche Höhepunkte.  Genannt sei hier der Auftritt des Chores beim 25jährigen Jubiläum der Blaskapelle Borgloh in der Sporthalle an der Schulstraße und der beim Jubiläum - 50 Jahre Kolping - mit Diözesanversammlung in Borgloh 1979.  Bei diesem Jubiläum trugen wir einige Chöre beim Heimatabend in der Sporthalle vor und beteiligten uns an der Gestaltung des Festgottesdienstes in unserer Pfarrkirche. Auch der Auftritt des Chores beim 100jährigen Jubiläum der KAB Borgloh am 15. 10. 1983 gehört dazu. 

Eine personelle Veränderung an der Spitze des MGV gab es dann noch in der Generalversammlung am 28.1.1984. Der langjährige 1. Vorsitzende Josef Kuhr gab sein nicht immer leichtes Amt ab.  Seine Gesundheit hindert ihn, dem MGV weiter als Liedervater vorzustehen.  Dieser Entschluß stand so fest, daß Umstimmungs-versuche erfolglos blieben. Als Nachfolger wurde dann Heinz Meyer zu Bergsten vorgeschlagen, der dann auch einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.  In seiner Antrittsrede versprach er, seine ganze Kraft für das Wohl des MGV einzusetzen und appellierte an alle Sangesbrüder, auch künftig im Chor mitzu-arbeiten. 

Auch der stellvertretende Vorsitzende Fritz Greive gab sein Amt ab. Für ihn wurde Josef Schriever ebenfalls einstimmig als Nachfolger gewählt. Weitere Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstandes sind auf Seite 55 nachzulesen [weggelassen]. 

Für seine in 25jähriger Tätigkeit geleisteten Dienste und in Anerkennung seiner Verdienste für den MGV wurde Josef Kuhr zum Ehrenvorsitzenden des Chores ernannt.  Vor ihm war nur Josef Kuhlmann Ehrenvorsitzender. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17. 4.1984 beschloß der MGV auf Vorschlag des Vorstandes seinen Beitritt zum Deutschen Sängerbund und übernahm auch die Mustersatzung.  Eine Eintragung dagegen in das Vereinsregister des Amtsgerichts Bad Iburg wurde abgelehnt.  Nach der neuen Satzung finden Vorstandswahlen künftig nur noch alle 2 Jahre statt. 

In dieser Versammlung wurde auch beschlossen, daß aus Anlaß des 90jährigen Bestehens des Chores im Sommer 1986 in der Sporthalle an der Schulstraße ein Jubelfest gefeiert werden soll.  Hierzu sollen benachbarte Chöre zu einem Liederabend und zu einem Freundschaftssingen eingeladen werden.  Die Herausgabe einer Festschrift wurde dagegen erst Anfang 1986 beschlossen. 

Mit dem Jubiläum wird aufgrund eines Beschlusses des Vorstandes des Deutschen Sängerbundes, Gruppe Teutoburger Wald, in Borgloh das Kreissängerfest abgehalten.  Ein Festumzug durch Borgloh, zu dem neben den am Sonntag am Freundschaftssingen teilnehmenden Chören auch alle Vereine und Verbände aus Borgloh und Wellendorf eingeladen sind, soll stattfinden.

Am 14.10.1984 fand auf Initiative des Kirchenchores Borgloh ein geistliches Konzert in der für 1 Million DM renovierten Pfarrkirche St. Pankratius statt.  Es beteiligte sich neben dem Salzbachchor aus Glandorf auch der MGV Borgloh.  Der Reinerlös aus dieser Veranstaltung, es waren immerhin über 800,-- DM, wurde der Kirchengemeinde zur Tilgung der Schulden zur Verfügung gestellt.  Bei diesem Konzert konnte der MGV einmal mehr sein Können einem größeren Publikum unter Beweis stellen, wozu wahrlich nicht häufig Gelegenheit ist. 

Auch beim 60jährigen Jubiläum des MGV Dütetal Wellendorf, an dem der MGV Borgloh am 26. 8.1984 sowohl am Festumzug durch Wellendorf als auch dem anschließenden Konzert in einer Halle des Geflügelhofes Tepe teilnahm, schnitt er im Urteil der Zuhörer nicht schlecht ab. 

Bei dem Jubiläum in Wellendorf kam man mit dem Nachbarchor soweit ins Gespräch, daß man vereinbarte, sich gegenseitig zu einem gemütlichen Abend mit gemeinsam und einzeln vorgetragenen Chören aus dem Repertoire zu besuchen.  Zunächst traf man sich im Vereinslokal des MGV Wellendorf am 12. 3.1985 und am 18. 3.1986 fand dann der Gegenbesuch in Borgloh statt.  Diese im Wechsel jährlich stattfindenden Treffen sollen zu einer festen Einrichtung werden.  Dies ist nur zu begrüßen, darf der Schreiber dieser Zeilen anmerken. 

Worüber bisher noch gar nicht berichtet wurde, sind die vielen Auftritte bei Familienfeiern der Mitglieder des MGV.  Seit dem Bestehen des MGV ist es Brauch, auf den Hochzeiten, welcher Art auch immer, ein Ständchen zu bringen.  Diese kommen bei den Gästen der Mitglieder sehr gut an und nicht selten werden Zugaben verlangt.  Als Dank für das Ständchen erhalten die Sänger vom Gastgeber im Vereinslokal ein Fäßchen edlen Gerstensaft und auch hochprozentigere Sachen spendiert.  Beim Verzehr werden dann noch einmal ein paar muntere Lieder angestimmt.  Den Rekord am Ständchenbringen stellte der MGV im Jahre 1977 auf; in diesem Jahr wurden allein 8 Ständchen aus Anlaß einer Silberhochzeit gebracht.  Und immer wieder gern gehört wird dieses Lied zum Abschied "Hotthü!  Hottha!  Wie herrlich, Borgloh, liegst du da!". 

Vielleicht war dieses "Sich-vorstellen" bei den Jubilaren und ihren Gästen auch Auslöser dafür, daß sich in dem Jahr 7 sangesfreudige Borgloher als Sänger beim MGV meldeten.  Hier begann eigentlich ein steter Zugang an Nachwuchssängern, wenn auch nicht in der Stärke.  Es muß einmal gesagt werden, daß in der heutigen Zeit wohl alle Laienchöre Probleme haben, ausreichenden Nachwuchs für den Bestand eines Chores zu finden.  In Borgloh kommt hinzu, daß es neben dem MGV noch einen starken Kirchenchor und die Blaskapelle Borgloh mit ihrer Nachwuchs-organisation gibt. Sie alle werben um Nachwuchs bei den Musikinteressierten. 

Nun noch einmal zum Dirigenten. Wie oben bereits ausgeführt legte der Dirigent Benno Schürmann aus Wellingholzhausen nach mehr als 8 Jahren den Dirigen-tenstab am 30. 4.1985 aus der Hand. An diesem Abend fand die letzte Übungsstunde mit ihm im Vereinslokal statt. 

Wohl durch den geknüpften engeren Kontakt zum Nachbarort in Wellendorf stellte sich heraus, daß der Dirigent dieses Chores bereit ist, auch den MGV Borgioh musikalisch zu leiten.  Da Herr Schürmann ohnehin nach dem Jubiläum 1986 die Leitung abgeben wollte und dieser Entschluß unumstößlich feststand, bot es sich förmlich an, mit einem neuen Dirigenten das Jubelfest zu begehen und auch danach mit ihm den Männergesang zu pflegen. 

So wurde dann mit Herrn Weilandt, einem pensionierten Opernsänger aus Osnabrück, die erste Übungsstunde am 9. Mai 1985 abgehalten.  Seit diesem Tag ist der Übungsabend nicht mehr der Dienstag, sondern der Donnerstag.  Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, daß Herr Weilandt mit dem MGV Dütetal am Dienstag probt. 

Mit Herrn Weilandt hat der MGV einen exzellenten Musikfachmann als Dirigenten gefunden. Unter ihm haben auch die Übungsabende ein ganz neues Gesicht bekommen. Es wird mit Akribie jeder einzelne Ton einstudiert und das Wort Pause ist fast zu einem Fremdwort geworden. Auch wird nicht mehr zunächst mit jeder Stimme geübt, sondern der ganze Chor ist im Übungsraum anwesend. Wenn dieser Ablauf der Übungsabende auch so manchem Sänger nicht ganz paßt, muß doch fesgestellt werden, daß sich bei so manchem Lied Töne eingeschlichen hatten, die nicht der Komposition entsprachen.  Auch erfordert das bevorstehende Jubiläum ein intensiveres Proben, als es zu anderen Zeiten erforderlich ist.  Unser heutiger Dirigent würde dazu sicher sagen: So isses'. 

Dem MGV Borgloh bleibt zu wünschen, daß er unter der neuen musikalischen Leitung noch viele Jahre seine lange Tradition fortsetzen kann. Dies geht allerdings nur dann, wenn jedes Mitglied des Chores Eigeninteressen zurückstellt und den Namen des Vereins als dreifache Verpflichtung sieht, nämlich: 

                                               Männer

                                               Gesang

                                                Verein.